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	<title>Landungsbrücke &#187; Feuilleton</title>
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		<title>Leben und sterben in São Paulo</title>
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		<pubDate>Fri, 27 Jun 2008 13:30:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fab</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
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		<description><![CDATA[Bevor man hier gar nichts mehr zu lesen bekommt und um meinem <a href="http://www.landungsbruecke.com/2008/06/aufschieben-ist-auch-arbeiten/#comment-25">Nilz</a> ein volles Haus zu bescheren, gibt's mal ein Programmhinweis: Schüler der Freien Schauspielschule Hamburg inszenieren ihren Abschluss.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="captionright"><a href="/images/schauspielschule_gross.jpg"><img src="/images/schauspielschule_artikel.jpg" alt="Praça Roosevelt" /></a></div>
<p>Bevor man hier gar nichts mehr zu lesen bekommt und um meinem <a href="http://www.landungsbruecke.com/2008/06/aufschieben-ist-auch-arbeiten/#comment-25">Nilz</a> ein volles Haus zu bescheren, gibt&#8217;s mal ein Programmhinweis: Schüler der Freien Schauspielschule Hamburg inszenieren ihren Abschluss.</p>
<blockquote><p>Das Stück führt in episodenhaften Szenen eher zufällig einige Menschen zusammen, die eines gemeinsam haben: Sie leben und sterben auf der Praça Roosevelt, einem gewöhnlichen Platz in der Megametropole São Paulo. Da treffen sich alle, die Alten, die Jungen, die Arbeit haben, die keine Arbeit haben, die Dealer, die Huren und ihre Kunden, die Bingozahlen-Ansagerin, der Revolverfabrikant, dessen krebskranke Sekretärin und der alternde Transvestit und im täglichen Chaos sucht ein Polizist seinen Sohn, den die Arbeitslosigkeit zu den Dealern getrieben hat. Sie alle haben ihre Träume vom Leben, aber sie alle sind von morgens bis nachts damit beschäftigt, zu überleben &#8211; und finden dabei nur allzu leicht den Tod.</p></blockquote>
<p>4./5. Juli 2008, 20.00Uhr. Kulturbühne Bugenhagen, Biedermannplatz 19, 22083 Hamburg. Kartentelefon 040/63947041.</p>
<p>Ich bin da.</p>
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		<title>Aufschieben ist auch arbeiten</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Jun 2008 10:21:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>fab</dc:creator>
				<category><![CDATA[Feuilleton]]></category>
		<category><![CDATA[Aufschieben]]></category>
		<category><![CDATA[Kathrin Passig]]></category>
		<category><![CDATA[Literatur]]></category>
		<category><![CDATA[Parkinsons Gesetz]]></category>
		<category><![CDATA[Prokrastination]]></category>

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		<description><![CDATA[Das Vor-sich-herschieben von unangenehmer Arbeit ist so verbreitet, dass es ein eigenes Fremdwort dafür gibt: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prokrastination"><strong>Prokrastination</strong></a>.  Dutzende Regalmeter Literatur geben Tipps, wie man es sich abgewöht. Völlig daneben. Aufschieber sind durchaus produktiv.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Das Vor-sich-herschieben von unangenehmer Arbeit ist so verbreitet, dass es ein eigenes Fremdwort dafür gibt: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Prokrastination"><strong>Prokrastination</strong></a>.  Dutzende Regalmeter Literatur geben Tipps, wie man es sich abgewöht. Völlig daneben. Aufschieber sind durchaus produktiv. Kathrin Passig (<a href="http://www.zentrale-intelligenz-agentur.de/">Zentrale Intelligenz Agentur</a>, <a href="http://riesenmaschine.de/">Riesenmaschine</a>, <a href="http://lesemaschine.de/">und</a> <a href="http://twitter.com/kathrinpassig">andere</a>. <small>Da erkennt man den Vorzeige-Prokrastinator</small>) bestärkt mich in meiner Haltung. In der neuesten <a href="http://www.zeit.de/campus/2008/04/index">Zeit Campus</a>-Ausgabe stellt sie die zehn goldenen Regeln des Vertagens auf:</p>
<blockquote><p>1. <em>Prokrastination rechtzeitig üben</em>. Taucht dann ein Mammutprojekt auf, was bei den meisten Menschen mittelschwere bis dramatische Arbeitsstörungen verursacht, ist man gut vorbereitet.</p>
<p>2. <em>Den eigenen Plänen misstrauen</em>. Das Problem ist als &#8220;planning fallacy&#8221; (&#8220;Planungstrugschluss&#8221;) bekannt. Beim Planen von Projekten und beim Fassen von Vorsätzen machen die meisten Menschen dieselben drei Fehler: Erstens unterschätzen sie die benötigte Zeit. Zweitens nehmen sie an, in Zukunft stünde mehr Zeit zur Verfügung als in der Gegenwart. Drittens glauben sie, in dieser goldenen Zukunft selbst bessere Menschen geworden zu sein, die weniger prokrastinieren. Darum lieber:
<div class="captionright"><a href="http://www.amazon.de/Dinge-geregelt-kriegen-Funken-Selbstdisziplin/dp/3871346195/ref=sr_1_2?ie=UTF8&#038;s=books&#038;qid=1213869192&#038;sr=8-2"><img src="/images/dinge_regeln.jpg" alt="Dinge geregelt kriegen" /></a>
<p>Erscheint am 6. Oktober 2008.</p>
</div>
<p>3. <em>Auf Kante nähen</em>. &#8220;Parkinsons Gesetz&#8221; besagt: Arbeit dehnt sich so lange aus, bis sie die verfügbare Zeit ausfüllt. Das bedeutet, dass man sich nur halb soviel Zeit nehmen sollte, wie man zu brauchen glaubt, und nicht etwa, wie schlechte Ratgeber behaupten, doppelt so viel. Reichen wird sie in beiden Fällen nicht, aber wer weniger einplant, quält sich kürzer.</p>
<p>4. <em>Nicht zu wenig vornehmen</em>. Hat ein Prokrastinierer zehn Aufgaben vor sich, wird er ein bis zwei davon erledigen (dafür aber zwölf andere). Gibt man ihm aber bloß einen Bleistift zu spitzen, bleibt er auf ewig ungespitzt.</p>
<p>5. <em>Angeben</em>. Ist der Plan erst einmal gefasst, sollte man aller Welt davon berichten. Je unverschämter man prahlt, desto peinlicher wäre ein Scheitern. Damit lassen sich bis zu zwei Prozent zusätzliche Motivation erzeugen.</p>
<p>6. <em>Arbeit liegen lassen</em>. Dazu sagt Aleks Scholz: &#8220;Ich habe so einige Leichen im Keller, halb fertige wissenschaftliche Publikationen. In Gesprächen mit Kollegen habe ich gemerkt, dass bei jedem solche Arbeiten liegen. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass diese Leichen womöglich die eigentliche Triebfeder für alles waren, was ich seitdem erledigt und veröffentlicht habe.&#8221;</p>
<p>7. <em>Bewährte Prokrastinationstätigkeiten beibehalten</em>. Gibt man aufgrund guter Vorsätze das Bloggen oder Fernsehen auf, um sich ganz der &#8220;eigentlichen Arbeit&#8221; zu widmen, wächst sofort eine neue Beschäftigung nach und füllt die Lücke. Während man die frühere Gewohnheit halbwegs im Griff hatte und seine Arbeit um sie herum anordnen konnte, dauert es mit dem neuen, zeitfressenden Spielzeug Monate, bis man seine frühere Produktivität wieder erreicht.</p>
<p>8. <em>Weniger arbeiten ist mehr arbeiten</em>. Der Psychologe Neil Fiore schildert in &#8220;The Now Habit&#8221; seine Erfahrungen mit Studenten, die ihre Doktorarbeit vor sich herschieben. Schnelle Studenten (Doktorarbeit in zwei Jahren oder weniger) unterscheiden sich nicht von langsamen Studenten (drei bis dreizehn Jahre). Mit einem Unterschied: Die langsamen Studenten leiden mehr. Sie verschieben Partys oder Sport auf später und haben ein schlechtes Gewissen, wenn sie sich amüsieren. Fiores schnelle Studenten dagegen versagen sicht nichts.</p>
<p>9. <em>Ausschlafen</em>. Ein Ergebnis aus der Schlafforschung: Ausgeschlafene Versuchspersonen, die man vor ein Problem stellt, kommen eher auf die schnelle, einfache Lösung, während Unausgeschlafene sich in mühsame Lösungswege verbeißen. Am Schlaf sparen heißt am falschen Ende sparen.</p>
<p>10. <em>Gefahren meiden</em>. Die Welt ist voller Zumutungen und äußerer Schweinehunde, aber letzten Endes ist jeder selbst für sein Wohlergehen verantwortlich. Prokrastinierer sollten daher nicht grob fahrlässig ein Studienfach wählen, in dem es statt Prüfungen zu festgelegten Terminen nur Seminararbeiten mit Abgabeterminen &#8220;irgendwann nächstes Jahr&#8221; gibt.</p></blockquote>
<div class="captionright"><a href="/images/prokrastination.jpg"><img src="/images/prokrastination_klein.jpg" alt="Prokrastination" /></a>
<p>Kennt jeder&#8230;</p>
</div>
<p>Also, liebe Eltern, ich mache schon alles richtig in meinem Studium. Bloggen, Fernsehen, Bügeln: Alles nur, um mein Pensum zu erledigen. Das ich dafür heute mein Seminar <a href="http://www.3vor10.com/blog/2008/06/05/3vor10/">&#8220;Macht und Gesetz: Optionen politischer Herrschaft bei Machiavelli und Montesquieu&#8221;</a> verpasst habe, stört die beiden sicher nicht.</p>
<p>Da fällt mir ein, nächste Woche muss ich ein Referat über den Bologna-Prozess halten (ach ja und die Hausarbeit zum Sommerkrieg steht auch noch an). Erst einmal Aufräumen. Ganz schöner Saustall hier.</p>
<p>PS: <a href="http://www.amazon.de/gp/registry/wishlist/3M9SPYEDRCC2D">Das</a> muss ich haben.</p>
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