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Weltgeschichten

Deep South - der Süden vom Norden Teil II

Da man ob man nun will oder kann oder nicht einfach nicht laenger als zwei Tage in Oslo bleiben darf, schifften wir uns also dem nahenden Ruin und der Reiselust zu liebe mit MiniPris in den echten Sueden mehr Fjorde zu bestaunen. Der MiniPris-hier mal als Tip- ist eine wirklich grossartige Erfindung! Wenn man Zeit und Ziel ungebunden reist, kann man sich an den Bahnticketautomaten ein Ticket (fuer egal wie weit! das will in diesem Land schon was heissen!) fuer 199Nok oder 399Nok zulegen und die gemuetlichste Bahnreise seines Lebens antreten. - Hierbei doch gleich noch ein kleiner Seitenhieb auf die Deutsche Bahn..dazu ein kleiner und unserioeser Vergleich: Ticket loesen an fremden Automat in fremder Sprache-2 Minuten. Ticket loesen von Bagdad nach Hamburg-2 Stunden+Kosten fuer drei Seiten Gebrauchsanweisung..nur mal so am Rande.-

Aber weiter im Text. Wir schaukeln also in gemuetlichen Ohrensesseln dem Meer entgegen, waehrend neben uns schon wieder die berauschendsten Landschaften vorbei flitzen. Ankunft Larvik..schnell den letzten Busfahrer des Tages fragen wohin des Wegs..beinah dank Sprachmissverstaendnissen im falschen Bus gelandet..gerettet von dem vorletzten Busfahrer, dank zwei Worten englisch..und jetzt aber wirklich..ans Meer! Und jetzt wirds richtig stadtarm! Wir sind mitten auf dem Land und wie sich das aufm Doerben eben so gehoert, gibts ne dicke Fete! Die arme kleine Strasse leidet mit Bus unter sturzbetrunkenen Einwohnern und wir staunen ueber Gleich- und Ungleichheiten betrunkener Doerfler in Europa..viele waren’s dann allerdings nicht..unverstaendlichers Gegroele, Getaumel und Gepoebel. Fast schon heimatlich!

Mir ist nicht ganz klar ob’s an den verrueckten Doerflern lag, der Muedigkeit oder der angeborenen und immer ploetzlich und unerwartet auftretenden Verpeiltheit, aber an einer der vielen kleinen Haltestellen packte mich der panische Ehrgeiz und mit Haenden und Fuessen fing ich an mit dem Busfahrer ueber den moeglichen Campingplatz in der Naehe zu diskutieren und fluchtartig unser Gefaehrt zu verlassen. Allerdings waren weder seine noch meine Hande und Fuesse anscheinend besonders Fit und wir landeten mal wieder in der Pampa. Ich weiss nicht genau welcher Landschaftsarchitekt uns verarschen wollte, aber jedenfalls wissen wir jetzt endgueltig wo Spiessertown liegt. Zwischen einem Altenheim, einer Reha-Klinik und einem Campingplatz auf dem Wagen stehen, die beziegelte Spitzdaecher haben. Sehr Idyllisch! Das war zu viel fuer unsre armen Reiseherzen und der Trotz und die Spitzdaecher liessen uns auf die Dusche pfeiffen und unser erstes Wildzelt-Abenteuer beginnen. Nur so viel dazu, es ist immer gut jemanden dabei zu haben der auf einen aufpasst, denn als die letzte Betrunkene der Fete es schaffte ueber und durch unser Zelt zu fallen und ein zwei-drei sprachiges wuetendes Wort- und Fussgefecht losbrach, lag ich wie im Himmel zusammengekuschelt in einer sicheren Ecke und verpasste das ganze schoene Spektakel auf wundersame und Till zutiefst beeindruckende Weise und schnorchelte den Schlaf der Sorglosen. Unsre erste Begegnung mit echten Norwegern verlief also eher holprig bis agressiv. Naturlich hielt uns das aber nicht davon ab am naechsten morgen verschieden ausgeschlafen weiter zu schleppen und die kleine und so verschlafende Hafenstadt Larvik (sie ist so klein, dass selbst wir an einem Tag mehrere Einwohner mehrmals getroffen haben) zu erkunden. Dank der ueblichen Hand-und-Fuss-Sprache und dem nicht immer ganz hilfreichen englisch fanden wir einen Laden, einen Park am Fjord und frische Waffeln mit Kaffee. (Es gibt dort eine Frau die aus meinem englisch raushoeren konnte, dass ich in Holland lebe..meine Herrn!) Saemtliche Launen waren gerettet! Schnell war der neu entdeckte Platz zum bleiben auserkoren und hier war es auch wo wir Zuschauer von generartionsuebergreifenden Gelagen werden durften. Wir haben natuerlich wieder einiges gelernt. Zum Beispiel Lektion fuenf: Nur weil Norweger statistisch gesehen die am wenigsten saufenden Europaeer sind, heisst das nicht dass sie sich nicht gerne und in aller Oeffentlichkeit aber kompletto die Kante geben! Bei den Jugendlichen endet das ganze dann mit Kricket spielen im Fjord, bei Familien (und vor allem den Vaetern) im pissen neben direkt neben dem Tisch. Diese Land laesst einem nichts anderes uebrig als es einfach nur lieb zu haben.

In der naechsten Geschichte: zurueck nach cash-city und ab nach oben.

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Diskussion

Ein Kommentar zu “Deep South - der Süden vom Norden Teil II”

  1. liebe birte, schön dass es dir so gut geht…deine literarischen ambitionen sind schon fast druckreif…weiter so.pass weiter gut auf dich auf…deine katharina und dein jürgen und montag

    Posted by Bessel, Jürgen und Katharina | 16. August 2008, 11:17

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